Villa Rossa 2017: Um ♦ Welt ♦ Brüche

Die 15. Villa Rossa findet vom 26. August (Anreise) bis zum 2. September 2017 (Abreise) wie gewohnt in der Villa Palagione bei Volterra, aber eine Woche später als üblich statt.

Nachdem sich 2014 die „Villa Rossa“ mit der damals noch viele verblüffenden Frage „Zerfällt Europa?“ befasst hatte, debattierten wir im folgenden Jahr ähnlich ausgreifend die zunehmende Ungleichheit und ihre Rolle in der Geschichte – also auch bei einem „Ende“ des Kapitalismus, über das seit zwei Jahren neu nachgedacht wird. Im ausgelaufenen Jahr 2016 dann ging es um die politische Entwicklung, die mit dem Aufschwung der Rechten in Europa zusammenhängt – mit einem US-Präsidenten Trump rechnete niemand, sehr wohl aber mit einer Rechts- und einer Linkswende in den USA und der Perspektive des Durchbruchs eines globalen Trends, den man als die Entstehung einer illiberalen, rechtspopulistisch dominierten neuen politischen Weltordnung beschreiben kann.  Die 15. Villa  nun findet wenige Tage vor den Bundestagswahlen statt. Im Wahlkampf werden diese Themen sehr präsent sein. Wir wollen das nicht wiederholen oder resümieren.

Das diesjährige Seminar hat die „Um * Welt * Brüche“  als Thema. Gehen wird es also um Ökologie und „ihre“ Politik, die allem Anschein nach in dem ganzen politischen Trubel für viele ziemlich an Popularität, Ressourcen und Sinn verloren hat. Wir möchten Bögen schlagen zwischen den sich zuspitzenden und umkämpften Weltordnungsvorgängen und aktuellen Prozessen in der Ökologie, also den langen ökologischen Konflikt in den Blick nehmen.

Auf dem Programm – s.u. und hier– stehen:

  • die Politik des Ökologischen
  • Klimakonflikte und Umweltflucht
  • Über sozialökologische Transformation und Geschlechterverhältnisse
  • systemische Transformation am Beispiel der Mobilität
  • der fossilistische Rücksturz: am Beispiel Trump
  • Aufhören, neu beginnen, Wenden vorwärts
  • was eine liberale Ökologie kann und was nicht

Bis Ende Mai werden wir das Lesematerial zum Seminar zusammenstellen. Es ist also sinnvoll, von Zeit zu Zeit auf dieser Webseite nachzuschauen. Die Veranstaltung wird gefördert von der Rosa Luxemburg Stiftung. Teilnahmekosten für den einwöchigen Aufenthalt (Seminar u. Halbpension) in der Villa Palagione liegen pro Person bei ca. 600-800 €. Zur Anreise wichtig: Die Flüge nach Pisa oder Florenz zu diesem Zeitpunkt werden knapp! Nähere Informationen und Vorbuchungen per Mail bitte bei Godela Linde (Mail godelalinde@gmx.de) oder Rainer Rilling (Mail: rillingr@mailer.uni-marburg.de).

 

Programm der 15. Villa Rossa zum Thema „Um ♦ Welt ♦ Brüche“ Vom 26./27. August (Anreise) bis zum 2. September 2017 (Abreise)

Tag Thema ReferentInnen
Sa/So 26./27.8. Anreise
Montag, 28.8. Profil des Tages: Einstiege, „große“ Leitbegriffe und Orientierungen – Zukünfte, Konflikte, Transformation
Vorstellungsrunde – Open Space – Erwartungen / Themen
Um-Welt-Brüche Harald Welzer, Honorarprofessor für Transformationsdesign an der Europa-Universität Flensburg und Direktor der Stiftung Zukunftsfähigkeit. FuturZwei in Berlin.
Die Politik des Ökologischen Dr. Günther Bachmann, Generalsekretär des Rates für Nachhaltige Entwicklung  und Honorarprofessor an der Universität Lüneburg
Abendessen  
Dienstag 29.8. Profil des Tages: Transformationen & strategische Schlüsselkonflikte
Sozialökologische Transformation und Geschlechterverhältnisse
Sabine Hofmeister, Universitätsprofessorin für das Lehr- und Forschungsgebiet ‚Umweltplanung’ an der Universität Lüneburg und Mitglied der AG Nachhaltige Arbeit – Die sozial-ökologische Transformation der Arbeitsgesellschaft
AutoNomie – Mobilität und die Zukunft des Lebens in Stadt und Land Rainer Fischbach, Softwarexperte in der Industrie mit dem Spezialgebiet der  Aufbereitung bzw. Konversion großer Datenmengen, insbesondere für die Systemmigration.
Klimakonflikte und Umweltflucht Jürgen Scheffran, Professur für Klimawandel und Sicherheit, Fachbereich Geographie, KlimaCampus Exzellenz-Initiative, Universität Hamburg
Mittwoch 30.8. Programm des Hauses
Donnerstag 31.8.

 

Profil des Tages: Wenden und Widersprüche
Wende rückwärts. Der Fall Trump und seiner Freunde des Fossilismus Dieter Plehwe, Dr.phil., Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Abteilung „Ungleichheit und Sozialpolitik“ des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB)
Wenden vorwärts Heike Leitschuh, Autorin, Moderatorin und Beraterin für Nachhaltige Entwicklung, Frankfurt
Zwischen libertärer Moderne und autoritärer Antimoderne. Über „Ökologie und Freiheit“ Ralf Fücks, Autor, Politiker, leitet in Doppelspitze die Heinrich-Böll-Stiftung
Late Night. The same procedure as every year: Hauswandkino!
Freitag 1.9.

 

Profil des Tages: Um ♦ Welt ♦ Brüche – welche Bedeutung haben die aktuellen „Umbrüche in der Weltordnung“ für die Politik des Ökologischen?
Imperiale Lebensweise Ulrich Brand, Professor für Internationale Politik an der Universität Wien,  Politikwissenschaftler
Um Welt Brüche Hans-Jürgen Urban, PD Dr., ist geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall und Permanent Fellow am Kolleg der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) „Postwachstumsgesellschaften“ an der Universität Jena
Diskussion  -> Abschluss / Seminardebatte  
Samstag 2.9. Abreise

 

Villa Rossa 2016: Europas politische Farbe ändert sich.

 stones1. (Copy)Die 14. Villa Rossa fand vom 20. – 27.8. 2016 in der Villa Palagione bei Volterra statt. Sie befasste sich mit der politischen Dynamik der „rechten Rechten“ in Europa, die spätestens im abgelaufenen Jahr unübersehbar geworden ist – die politische Farbe Europas ändert sich.

Binnen weniger Monate haben sich die politischen Kräfteverhältnisse in Europa geändert. Der Brexit wurde entscheidend von der Rechten getragen. In Österreich verfehlte sie – bisher – nur um Haaresbreite die formell oberste Position im Staat. Mit dem Machtverlust der Regierungspartei in Frankreich wird der Front National erster Akteur im Parteienkampf. In Deutschland erreicht die AfD in einzelnen Regionen fast ein Drittel der Wählerstimmen. Diese Rechte gewinnt an Macht, durchdringt, transformiert oder besetzt mittlerweile auf (inter-)nationaler, regionaler und lokaler Ebene so viele europäischen Staatsapparate wie noch nie seit 1945. Aktuell stellt sie Regierungsparteien in Ungarn, Polen, Norwegen, Ungarn, Kroatien und in der Schweiz. In Österreich und Italien waren sie zeitweise an der Regierung und regieren auf Länderebene direkt oder indirekt mit. Auch in Dänemark, Schweden und in Finnland bestimmen sie die Agenda mit, in Frankreich, den Niederlanden und auch in England oder kleineren Staaten Osteuropas sind sie stark. Auch dort regieren sie oft mit – auch als „Regieren aus der Opposition“. Sie erzwingen Themensetzungen, engen Spielräume ein, verschieben Kräfteverhältnisse auf lange Sicht. Zu sehen ist dies aktuell an der Flüchtlingspolitik oder an der Lega in zahlreichen Regionen Italiens, dem Front National in zahlreichen Kommunen, an der Dänischen Volkspartei mit ihrer Tolerierungspolitik gegenüber der Regierung, in Finnland, in Belgien, Luxemburg, der Niederlande, in der Schweiz, Polen, Österreich und anderswo. Die Frage ist: wie verändert sich das Staatswesen? Und wie verändert sich die Politik?

 Terror und politische Gewaltanwendung nehmen beängstigend zu, besonders dramatisch just in Deutschland im abgelaufenen Jahr 2015. Statistisch gesehen wurde in Deutschland in diesem Jahr jeden Tag ein Mensch Opfer fremdenfeindlicher Gewalt. Fast 1000 Flüchtlingsheime wurden angegriffen. Wie funktionieren Terror und  Gewalt von rechts? Wie wirken sie? Wie kam es zu dieser Akzeptanz und Normalität? Warum ist der rechte Gewaltdiskurs so erfolgreich? Und was bedeutet er für die aktuellen Zeitdiagnosen vom „autoritären Kapitalismus“ und „Ausnahmestaat“?
 
Offenbar ist eine neue Vielfalt im rechten Feld entstanden – Rechtspopulismus, Nationalismus, völkische Rechte, Nationalkonservatismus etc.), ob in Nordeuropa (durchgängig!), Osteuropa (vor allem Polen, Ungarn, die baltischen Staaten), Westeuropa (Frankreich, Niederlande), Zentraleuropa (Österreich, Schweiz, Deutschland) oder Großbritannien. Welche soziale Reichweite hat sie? Geht es um einen „Radikalismus der Mitte“ – der unteren Mittelschicht –  dem alten Kampf- und Erfindungsfeld der verschiedensten marktradikalen, protektionistisch-nationalen, fragilen Richtungsoptionen? Wie steht es um den Bewegungscharakter wie Pegida oder Identitären – gibt es eine europäische soziale Bewegung von rechts? Wie sind die Feminisierung der radikalen Rechten zu bewerten und das Profil ihrer Akteurs- und Führungsgruppen generell? Wie erreichen sie ihre Wählerschaft, Mitglieder, Öffentlichkeiten? Und wie ist ihre internationale Zusammenarbeit zu beurteilen, die, so will es scheinen, an Stabilität gewinnt?
 
Endlich: Was unterscheidet diese Rechte von der am klassischen Faschismus orientierten Rechten? Welche inhaltlichen Kontinuitäten gibt es, was ist aber auch neu (haben sich die Anrufungen von Nation und Rassismus verändert? Wie steht es um die Religionsfrage, um den Antisemitismus? Welche neuen strategischen Ansätze hat sie insgesamt? Wie ist es ihnen gelungen, vor allem mit ihrer rechtspopulistischen Pogrammatik in das Feld der rechtskonservativen Parteien vorzudringen? Welche Gegenstrategien bewährten sich?
 

Der Ansatz der Veranstaltung war also gesamteuropäisch sein. Die naheliegende, aber  recht ermüdende Wanderung durch die politische Rechte und ihre Besonderheiten in den einzelnen Nationalstaaten sollte vermieden werden. Wo es angebracht ist, sollen  übergreifende Fragen exemplarisch anhand von Ländern / Parteien thematisiert werden, aber mit Blick auf vergleichbare oder ähnliche Konstellationen in Europa. Und, der Lage entsprechend, sollte Zeit für einen Blick auf die politisch-thematisch und zeitlich naheliegenden Wahlen in den USA sein. Diese Anlage des Seminars zielte auch auf die Beantwortung der Frage ab, ob sich ein gemeinsames rechtes europäisches Projekt herausbildet.

Damit das „Zusammendenken“ erleichtert wird, sind die ReferentInnen gebeten worden, in ihren Beiträgen – soweit es die Anlage ihrer Beiträge zulässt – die o.g. Aspekte mit zu berücksichtigen, also die Punkte:

  • Transformation des Staates durch die „rechte Rechte“? (Regieren aus der Opposition“? Agenda-Setting? Veränderungen des Parteiensystems? Veränderung parlamentarischer Praktiken / Entwertung demokratischer Praxen auch auf kommunaler oder regionaler Ebene? )
  • Die soziale Gestalt: Radikalismus der Mitte? Die Bewegungsrechte; die Rolle der Frauen.
  • Grundzüge ihres kulturellen und ideologischen Profils (Rassismus, Religion; Nationalismus; Souveränitätskonzepte);
  • Neuordnungskonzepte (Europa- und darüber hinaus)
  • Wie hat sich die Rechte verändert? Gibt es eine neue Vielfalt?
  • Wie agiert und reagiert die soziale Linke?

Als ReferentInnen nahmen teil Dr. Walter Baier, Prof. Jörg Flecker, Ivo Georgiev, Ingar Solty, Dr. Holger Politt, Prof. Gudrun Hentges, Conny Hildebrandt, Sebastian Chwala, Thilo Janssen, Dr. Gerd Wiegel, PD Dr. Hans-Jürgen Urban.

Hier finden sich detailliertere Angaben zu Programm, DiskutantInnen und Seminarmaterialien.

Das Seminar fand statt vom 20. 8. bis zum 27.8.1216 in der Villa Palagione Centro Interculturale – Associazione culturale, Loc. Palagione (I-56048 Volterra (Pisa) – Tel. (+39) 0588 39014 / (+39) 0588 39139 – Fax: (+39) 0588 39129 – E-mail: info@villa-palagione.org). Zur besseren Veranschaulichung 768 ungeordnete Fotos der Villa, die im Verlauf der 13 Seminarjahre durch glückliche Mitwirkende entstanden. Anreise vorzugsweise bis Samstagabend (20.8.); Abendessen ca. 19.30 Uhr.  Ende Freitag gegen 14/15 Uhr. Samstag 27.8. Rückreisetag. Infos und Empfehlungen in Sachen Anreise auf der Website der Villa, wir versuchen auch als Veranstalter im Zweifel zu helfen. Die Veranstaltung wird gefördert von der Rosa Luxemburg Stiftung. Teilnahmekosten für den einwöchigen Aufenthalt (Seminar u. Halbpension) in der Villa Palagione pro Person von ca. 560-800 € . Wir bemühen uns darum, dass die  Veranstaltung wie in den Vorjahren als Bildungsurlaub anerkannt wird. Erfahrungsgemäss ist es sehr günstig, sich frühzeitig anzumelden und insbesondere ggf. Flüge nach Pisa oder Florenz sowie Züge (!) möglichst rasch zu buchen.
Verantwortlich: Rainer Rilling. Mail: s-gs@gmx.de | Web: www.s-gs.de/wordpress/. Nachfragen oder Anmeldung bei Rainer Rilling  oder Godela Linde.

Villa Rossa 2015: Neue Ungleichheit

ungleich

Die 13. Villa Rossa fand vom 22.-29.8.2015 statt, auch dieses Mal veranstaltet in Kooperation von Stiftung GegenStand und dem ver.di-Bildungswerk Hessen. Ihr Thema: “Neue Ungleichheit„.

Das Seminar hatte zunächst drei Prozesse zum Thema oder als Hintergrund.  Wir fragen, inwieweit sie zusammenhängen und was politisch daraus folgt:

  • die aktuell von Thomas Piketty prononciert vorgetragene Position, dass es sich bei der seit den 70er Jahren in zahlreichen Ländern krass ansteigenden Einkommens- und Vermögensungleichheit nicht um eine kurzzeitige Ausnahme handelt, sondern um die Fortsetzung eines in die Entwicklung des Kapitalismus stark eingeschriebenen Prozesses, der im halben Jahrhundert zuvor aufgrund verschiedener Faktoren nur unterbrochen war. Danach wäre davon auszugehen, dass sich dieser Prozess fortsetzen wird, sich abschwächen, aber durchaus auch dramatisch intensivieren kann.
  • Die Krise des Neoliberalismus 2008ff. hat in der Bundesrepublik und anderswo diesen Prozess fortgesetzt und zum Teil deutlich beschleunigt.  Hier geht es offenbar nicht um „Verteilungsgesetze“, die ihre Gültigkeit nach einem Wiederaufschwung durch und nach der Krise verlieren – Neoliberalismus ist ein „Klassenprojekt“ (Harvey), in dem die Umverteilung nach oben ein Schlüsselbestandteil ist.
  • Endlich gibt es Gründe zur Annahme, dass die aktuellen komplexen Arrangements von Industrie 4.0, Big Data, digitaler Gesellschaft und digitaler Dominanz sich zu einem globalstrategischen Projekt der Transformation der informationell-industriellen Gestalt des gegenwärtigen Kapitalismus verdichten und zu prüfen ist, welche Auswirkungen dies auf die Verhältnisse von Gleichheit / Ungleichheit hat. Auffällig ist, dass in den mittlerweile zahllosen 4.0 – Papieren, Prognosen, Analysen und Äußerungen diese Frage nach der Ungleichheit kaum vorkommt.

Ungleichheit interessierte hier, weil sie verbunden ist mit Gerechtigkeit und Politik.  Beide sollten bei den Referaten und Debatten der diesjährigen 13. „Villa Rossa“ kontinuierlich berücksichtigt werden. Sie interessiert aber auch deshalb, weil wir ihr und den Prozessen, die mit ihr als Wirkursachen verknüpft sind, eine große Dynamik zurechnen, die uns veranlasst haben, am Ende eine Frage zu stellen, die in der langen Geschichte der Villa Rossa-Reihe bislang nicht vorkam.

Das Programm aber begann

  • vorweg mit der Frage, wie eigentlich in neuerer Zeit die Frage der Gleichheit und Gerechtigkeit im Rechtsdenken und der Rechtspraxis verhandelt wird (Peter Hauck-Scholz)
  • wandte sich dann mit mehreren Beiträgen der Industrie 4.0 („Hype oder industrielle Revolution“), den Big Data und digitalen Dominanzen zu (Christoph Ohm, Hermann Bömer, Rainer Fischbach)
  • machte einerseits einen Streifzug durch die Piketty – Debatte  und ihre (verteilungs-)politischen Folgen (Rainer Rilling) und detaillierte andererseits die Verteilungsfrage „Entgeltgleichheit als Forderung – Entgeltungleichheit als Feststellung“ (Ursula Schumm-Garling)
  • thematisiert das Stichwort der ökologischen Gleichheit vom deutschen Konsum bis zum Exportmodell Deutschland (Günther Bachmann)
  • erörterte die „Prekarität in der Gesellschaft 4.0“ (Andrea Liesner) und
  • endete zum Seminarabschluss mit der speziellen Frage nach der  „Zukünften des Kapitalismus?“ und diskutiert eine dezidierte  Antwort: „Wie wird der Kapitalismus enden?“. Es antworteten  Wolfgang Streeck, Michael Krätke und Hans-Jürgen Urban, wobei sie der Maxime des berühmtesten griechischen Finanzministers folgten: »Wir sind stolz auf das Niveau der Ungenauigkeit«.
Detailliertere Angaben zu Programm, DiskutantInnen und Seminarmaterialien finden sich hier.

Seminarinformation: Das Seminar findet statt vom 22. 8. bis zum 29.8.1215 in der Villa Palagione Centro Interculturale – Associazione culturale, Loc. Palagione (I-56048 Volterra (Pisa) – Tel. (+39) 0588 39014 / (+39) 0588 39139 – Fax: (+39) 0588 39129 – E-mail: info@villa-palagione.org). Zur besseren Veranschaulichung 681 ungeordnete Fotos der Villa, die im Verlauf der Seminarjahre entstanden. Anreise vorzugsweise bis Samstagabend (22.8.); Abendessen ca. 19.30 Uhr. Am Sonntag 11 Uhr Begrüssung und Führung durch das Haus. Kurze Vorstellung. Nachmittags: Zur freien Verfügung, ggf. Besuch von Volterra, angeboten wird auch eine „geführte“ Wanderung von der Villa nach Volterra. Beginn des Tagungsprogramms Montag 9.30 Uhr, Ende Freitag gegen 14/15 Uhr. Samstag 29.8. Rückreisetag. Infos und Empfehlungen in Sachen Anreise auf der Website der Villa, wir versuchen auch als Veranstalter im Zweifel zu helfen. Die Veranstaltung wird gefördert von der Rosa Luxemburg Stiftung. Teilnahmekosten für den einwöchigen Aufenthalt (Seminar u. Halbpension) in der Villa Palagione pro Person von ca. 560-800 € . Die Veranstaltung ist als Bildungsurlaub anerkannt. Aktuell (11.7.2015) ist die Veranstaltung mit 38 TeilnehmerInnen bereits ausgebucht, zuweilen lohnt sich ein Eintrag in eine Warteliste.

Verantwortlich: Rainer Rilling. Mail: s-gs@gmx.de | Web: www.s-gs.de/wordpress/. Nachfragen oder Anmeldung bei Rainer Rilling  oder Godela Linde.

Vorschläge zur Entschlüsselung der Infographik zur Tagung werden übrigens gerne entgegengenommen. Sie hat etwas mit dem Tagungsthema zu tun.

Villa Rossa 2014

EurDie 12. Villa Rossa fand vom  23.-30.8.2014 statt, auch dieses Mal veranstaltet in Kooperation von Stiftung GegenStand und dem ver.di-Bildungswerk Hessen.
Ihr unangenehmes Thema: „Europa zerfällt?

Die europapolitische Auseinandersetzung um die Europawahlen am 25. Mai 2014 waren von Reden über die Lösung der europäischen Krisen, über die Stellung Deutschlands in Europa und Europas in den sich verändernden globalen Kräftekonstellationen und von der Auseinandersetzung mit der AfD bestimmt. Dabei hat sich das Image der EU deutlich verändert : 2002 hatten laut „Eurobarometer“ noch 50 Prozent der Bevölkerung ein positives Bild von der EU, im Herbst 2013 waren es nur noch 31 Prozent und der Anteil der Bürger mit negativen EU-Bild war von 13 auf 28 Prozent angestiegen. Der „Seitenwechsel“ (FAZ) der Ukraine in den Einflussbereich der EU, der wohl als Versprechen auf einen dramatischen Positionszuwachs Europas im globalen Machtspiel verstanden werden kann, wird diesen Stimmungstrend kaum umkehren. Auch andere Aspekte sind diskussionswürdig: wie steht es um die “Integration” durch Hegemonie? Gib es Fragmentierungen im “herrschenden Block” oder der “kapitalistischen Klasse(n)” in Europa? Wie steht es um den politischen Konsens? Was sind die Konsequenzen des wachsenden Autoritarismus der EU? Welche kulturellen Dissonanzen entwickeln sich? Und vor allem: Wie steht es um die “Gesellschaft Europa”?

Die Debatten nach den Wahlen hatten neben diesen Hegemoniekonflikten die deutliche  Stärkung der radikalen Rechten und der sog. „europafeindlichen“ Kräfte zum Thema. Von der großen Krise wurde kaum gesprochen.  Auch die bisherigen (auch linken) Debatten über die Krise seit 2007/8 haben kaum die Möglichkeit einer Zerfallskrise Europas (nicht: des Euroregimes) ins Auge gefasst. Das Seminar hatte diese Möglichkeit und die Entwicklung seit den Wahlen zum Thema.

Es referierten Frank Deppe, Gerd Wiegel, Manfred Lauermann, Hans Jürgen Bieling, Werner Rügemer, Ingar Solty, Giorgio Riolo, Susanna Böhme-Kuby, Alexander Jordis-Lohausen, Alex Demirovic, Hans Jürgen Urban.

-> Programm / Texte / Biografische Hinweise

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Seminarinformation: Das Seminar findet statt vom 23. 8. bis zum 30.8.1214 in der Villa Palagione Centro Interculturale – Associazione culturale, Loc. Palagione (I-56048 Volterra (Pisa) – Tel. (+39) 0588 39014 / (+39) 0588 39139 – Fax: (+39) 0588 39129 – E-mail: info@villa-palagione.org). Zur besseren Veranschaulichung 681 ungeordnete Fotos der Villa, die im Verlauf der Seminarjahre entstanden.
Anreise vorzugsweise bis Samstagabend (23.8.); Abendessen ca. 19.30 Uhr. Am Sonntag 11 Uhr Begrüssung und Führung durch das Haus. Kurze Vorstellung. Nachmittags: Zur freien Verfügung, ggf. Besuch von Volterra. Beginn des Tagungsprogramms Montag 9.30 Uhr, Ende Freitag, Samstag 31.8. Rückreisetag. Infos und Empfehlungen in Sachen Anreise auf der Website der Villa, wir versuchen auch als Veranstalter im Zweifel zu helfen. Die Veranstaltung wird gefördert von der Rosa Luxemburg Stiftung. Teilnahmekosten für den einwöchigen Aufenthalt (Seminar u. Halbpension) in der Villa Palagione, ab 490. – € bzw. variierender Aufpreis für Zimmer in der Villa (bis 730.-). Verantwortlich: Rainer Rilling. Mail: s-gs@gmx.de | Web: www.s-gs.de/wordpress/

Nachfragen oder Anmeldung bei Rainer Rilling  oder Godela Linde. ———————————————————————————

Neben den Seminartexten hier noch in lockerer Folge Verweise auf Äußerungen, Positionen, Papiere etc. zum Thema. Villa Rossa 2014 weiterlesen

Infoseite zur Villa Rossa