Villa Rossa 2018: Transformationen des Öffentlichen – Hegemonien & (Gegen-) Öffentlichkeiten.

Die 16. Villa Rossa wird vom 25. August (Anreise) bis zum 1. September 2018 (Abreise) in der Villa Palagione Centro Interculturale – Associazione culturale  bei Volterra stattfinden. Thematisch gehört sie zu einem Zyklus, der schon 2014 mit der Frage „Zerfällt Europa?“ begann, dann 2015 der globalen „Neuen Ungleichheit“ nachging, 2016 die „Veränderung der politischen Farbe Europas“ – also die „rechte Rechte“ – untersuchte und in abgelaufenen Jahr 2017 schließlich die „Um:Welt:Brüche“ diskutierte – hier ging es um die Zusammenhänge zwischen den sich zuspitzenden Kämpfen um die neue Weltordnung und den langen ökologischen Konflikten. Im neuen Jahr sind das Thema die

Transformationen des Öffentlichen – Hegemonien & (Gegen-) Öffentlichkeiten.

 

  • Die erste Themenrunde beginnt mit der schnell beantworteten Frage: Was ist das „Öffentliche“, wie hat es sich historisch entwickelt und wo kommt die „Öffentlichkeit“ ins Spiel?  Am Beispiel der „deutschen Version der Flüchtlingskrise“  gehen wir einem zentralen Exempel der politisch relevanten Öffentlichkeit nach und stellen weiter die Frage nach der aktuellen  Propaganda- und Ideologieproduktion. Abschließend geht es empirisch konkret um die kapitalistische Medienwirtschaft und -herrschaft.
  • Die zweite Themenrunde setzt den Fokus auf die Rechte, ihre Projekte („Projekt Volkspartei“), fragt am Beispiel AfD nach der  rechtspopulistischen Kommunikationsmacht und untersucht rechte Diskurspolitiken in den USA – ein Beispiel für Deutschland? Und wir überlegen Gegenreden und eigene Gesprächsstrategien.
  • Die dritte  Themenrunde behandelt Kämpfe um das Öffentliche. Sie sind immer und überall.  Wir beginnen mit dem 13. März 2018, als in Zamość (Polen) als „Überbleibsel des Kommunismus“ im öffentlichen Raum die an Rosa Luxemburg erinnernde Tafel von dem Haus entfernt wurde, in dem sie als kleines Mädchen die ersten Lebensjahre verbrachte. Dann gibt es eine geführte Reise durch die Dunkelpolitiken in bundesdeutschen Betrieben: Geheimsache Betrieb – Sanktionen und Öffentlichkeit.
  • Im viertenThemenfeld geht es um die bekannten Mühen der Ebene: Wir diskutieren die dramatische politische Entwicklung in Italien und diskutieren Alternativen – auch gewerkschaftliche, linke oder feministische – Strategien. Praxen des Öffentlichen und der Gegenöffentlichkeit  werden oft beschworen – doch wie lassen sich transformative Öffentlichkeiten erzeugen und wer, zum Teufel, tut es? Wie steht es um demokratische und postdemokratische Öffentlichkeit? Wer sind die Akteure und wie können sie intervenieren? Und um dies alles angesichts der kommenden Zeiten klug beantworten zu können, stellen wir zuvor bereits die alte Frage nach Klassen und Öffentlichkeit!

Das Gelingen des 2018er Seminars unterstützen mit ihren Beiträgen Clemens Knobloch, Wolfgang Kreuter, Gert Hautsch, Thomas Wagner, Frauke Büttner, Gerd Wiegel, Ingar Solty, Holger Politt, Godela Linde, Rainer Rilling, Sebastian Sevignani, David Salomon und Hans-Jürgen Urban sowie Alessandra Nardini,  Rosa dello Sbarba und  Ivo Gabellieri.

Das aktuelle Programm -Themen, Texte, Personen.

Natürlich ist das Projekt der Villa Rossa selbst Exempel für eine alternative Öffentlichkeitspraxis – zur besseren Veranschaulichung 768 ungeordnete Fotos der Villa, die im Verlauf der 16 Seminarjahre durch glückliche Mitwirkende entstanden.

In den Teilnahmekosten sind neben der Unterkunft die Halbpension, die Gemeinkosten (Seminarräume und -ausstattung incl. Technik,) Getränke im Seminarraum und WLAN enthalten, nicht aber Kosten, die nach Kopfzahl abgerechnet werden wie etwa Transfers, thematische Exkursionen o.ä. Der Transfer am An- und Abreisetag zwischen Volterra und Villa ist inbegriffen. Infos und Empfehlungen in Sachen Anreise finden sich auf der Website der Villa. In den letzten Jahren wurde übrigens die  Veranstaltung als Bildungsurlaub anerkannt, das gilt auch für 2018. Das Seminar wird von der Rosa Luxemburg-Stiftung gefördert

Kontakt: Rainer Rilling [rillingr@mailer.uni-marburg.de] oder Godela Linde [godelalinde@gmx.de].

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